Bericht Prinz Ausgabe 11/2001

Alexander Sterzel

von Martin Setzer

 

 
 

 

ICH SEHE WAS, WAS DU NICHT SIEHST
,,Ich bin mit der Musik verheiratet und die Kunst ist meine heimliche Geliebte, erklärt Alexander Sterzel. Denn abseits der Musik und Malerei liegt ihm besonders die Fotografie am Herzen.,, Das hört sich jetzt vielleicht doof an, aber ich möch te mit meinen Bildern dorthin, wo Kafka mit seiner Literatur hinging: Surreales real sichtbar machen", erklärt der Ludwigsburger. Auch wenn's wie ein Klischee klingt; Sterzel schafft es, sein Inneres durch seine Bilder nach außen zu kehren. Und da stellte er schnell fest, dass ihm die Fotografie mehr Möglichkeiten bietet als die Malerei. Seine kunstvollen Aktfotos (Erotik, Gothic) ergänzt der 33-Jährige sehr gerne durch provokative Collagen.
Er fügt seinen Fotos Zeichnungen, Bilder oder Zeitungsnotizen hinzu und verursacht so beim Betrachter eine ständige Wahrnehmungsverschiebung. Nicht zuletzt deshalb erscheinen seine Bilder sehr lebendig. Manchen sogar ein wenig zu lebendig: So fand er mit seinen Aus stellungen nicht immer 100%igen Zuspruch. Von der ,,Schmuddelecke' ist er allerdings Lichtjahre entfernt. Der Typ, der Frauen auf offener Straße anspricht, ist Sterzel trotzdem nicht:,, Ich wüsste gar nicht, was ich da sagen sollte", lacht er. ,,An Models komme ich hauptsächlich durch meinen Freundes- und Bekanntenkreis oder durch Leute, die mich über meine Homepage kontaktieren:' Und das ist kein Fehler.